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VVK 12€ / AK 15€ / erm. 8€

Irene Moessinger - Berlin liegt am Meer / Lesung und Meehr


Die abenteuerliche Lebensgeschichte der Gründerin des legendären Berliner Tempodroms. Aber Irene Moessinger wäre nicht Irene Moessinger würde sie einfach nur lesen. Der Abend - wie ihr Leben, bunt und bewegt - ist gespickt mit Bildern und Filmbeiträgen aus den verschiedenen Jahrzehnten und wie alles was sie tut einmalig. Musikalisch virtuos begleitet wird Irene Moessinger von der Filmmusikerin Claudia Fierke und von Sabine Erklentz und Steffen Nitzel.

Irene Moessinger erbte jung viel Geld, steckte dieses in ein Zirkuszelt und stellte es in den Berliner Tiergarten. So wurde aus der Krankenschwester Irene Moessinger eine Kulturmanagerin, die das Berliner Tempodrom erfand. Doch der Heimatort für die Off-Szene musste weichen. Mit ihrem Zirkuszelt schrieb sie Kulturgeschichte. Die junge Krankenschwester Irene Moessinger erbt unerwartet und erfüllt sich einen Traum: Sie gründet 1980 mit Freunden das Tempodrom. 

„Das Tempodrom ist Teil einer Bewegung gewesen in Berlin und vielleicht auch in Deutschland überall, dass Leute sich plötzlich mehr für Off-Kultur interessiert haben und auch die Off-Kultur gelebt wurde. Es entstanden neue Kinos, es entstanden neue Theatergruppen und auch neue Formen der Artistik.“

Legendäre Konzerte im Zirkuszelt

Ein offener Ort der Kreativität, auch für Kinder. Die Chefin lässt es sich nicht nehmen,  selbst aufzutreten – im Kinderzirkus mit eigens dressierten Tieren. „Ich war die Minie Maus mit dem rechnenden Esel, mit der seiltanzenden Ziege und mit Oskar, dem Schwein“, erzählt sie. Oskar konnte seinen Ringelschwanz gerade machen.

Das Tempodrom wird schnell zu einer festen Größe der Berliner Off-Szene: Das Festival „Heimatklänge“ bringt Weltmusik in die Stadt. Musiker wie Nena, Nick Cave, Nina Hagen, Rio Reiser oder „Die Ärzte“ geben legendäre Konzerte in Moessingers Zirkuszelt. Doch 1994 muss das bunte Zelt seinen Platz räumen, weil es zu nah am heutigen Kanzleramt steht. Ein neues Tempodrom wird gebaut, stabil, aus Beton. Die Baukosten steigen und steigen – schließlich landet Irene Moessinger wegen Untreue vor Gericht. Und erhält einen Freispruch erster Klasse, „wegen erwiesener Unschuld“.

Nach 25 Jahren verlässt sie das Tempodrom. In ihrer Autobiografie „Berlin liegt am Meer“ schreibt sie: „Es war schrecklich. Das Tempodrom war Familie, war Heimat. Wir verloren unser Lebenswerk!“  

Hier geht es zu einem Beitrag über Irene Moessinger und ihr Buch im RBB.