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20.1.
  • 19:00
21.1.
  • 11:00
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Schülervorstellung (18.1.): Schüler*innen 5 Euro, begleitende Erzieher*innen Eintritt frei
Abendvorstellung (17.1.): VVK 19 Euro, Abendkasse 22 Euro / erm: VVK 14 Euro, Abendkasse 18 Euro
VVK nur unter: Telefon0331-979 12 91 oder karten@theater-poetenpack.de

 

Nach dem großen Erfolg, den das Schülerprojekt „Nathan der Weise“ mit einer intensiven Workshop-Woche und der abschließenden gemeinsamen Aufführung des Stückes in verschiedenen Städten hatte, fiel die Entscheidung, dieses Grundkonzept auf Taboris „Mein Kampf“ zu übertragen. Gemeinsam mit den Schauspielern des Theaters werden Jugendliche auf der Bühne stehen.

George Taboris subversives Verwirr-Stück spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts, zu einer Zeit vor der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. In einem Männerwohnheim in Wien mietet sich der junge Adolf Hitler ein, um sich an der Kunstakademie zu bewerben. Er trifft auf den jüdischen Buchhändler Schlomo Herzl, der sich mütterlich um den Provinzler zu kümmern beginnt. Er wird zum Schöpfer seiner charakteristischen Barttracht und unterrichtet ihn in demagogischen Kunstgriffen. Im weiteren Verlauf der mitunter grotesken Handlung wird Herzl das erste Opfer des sich allmählich ausprägenden Antisemitismus Hitlers. Im letzten Akt vermittelt Hitler eine Vorahnung von den Auswirkungen seines nunmehr geschulten "Talents", er macht Jagd auf ein Buchmanuskript von Herzl, in dem er rufschädigende Passagen vermutet. Schließlich verdeutlicht er mit kaum zu überbietender Perfidie, dass er nicht allein das Buch als Archiv von Erinnerungen zu vernichten gewillt ist, sondern auch das Judentum in seiner Gesamtheit.

„Mein Kampf" beschäftigt sich in komödienhafter Form mit dem Trauma der Shoah. Dabei wird Hitler interessanter Weise keineswegs als blutrünstiger Dämon, sondern im Gegenteil als unsympathischer, aber nicht durchweg abstoßender Wirrkopf dargestellt. An Brecht und Chaplin anknüpfend, entwickelte Tabori eine Hitler-Figur als komischen Charakter und bezieht sich damit auch auf eine Tradition jüdischen Humors, der er sich verpflichtet fühlt.