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12 € / erm. 5 €  VVK
15 € / erm. 8 € AK

„Scherz ist die drittbeste Tarnung. Die zweitbeste ist Sentimentalität. Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Komischerweise die glaubt niemand.“ sagte Max Frisch einmal und keines seiner Zitate passt wohl so gut zu seinem Lehrstück ohne Lehre - wie er es untertitelte. Biedermann und die Brandstifter ist nach Richtfest das neue Stück der Kleinmachnower Laientheatergruppe Nachbarn spielen für Nachbarn

Das Stück ist die Geschichte des Bürgers Gottlieb Biedermann und schildert die absichtliche Blindheit seines Protagonisten gegenüber einer sich zusammenbrauenden Gefahr und die grausamen Folgen: Obwohl Brandstiftungen allgegenwärtig sind, glaubt Gottlieb Biedermann sich sicher und nimmt zwei fragwürdige Gestalten in sein Haus auf. Biedermann möchte die Gefahr zuerst nicht wahrhaben, verbrüdert sich mit den Brandstiftern und biedert sich, je mehr er die Gefahr erkennt, an. Für den katastrophalen Brand liefert er schließlich noch die Streichhölzer. 

Max Frisch entlarvt präzise eines Geisteshaltung, die der Technik des Totalitären zum Erfolg verhilft. Biedermann und die Brandstifter - eine politische Parabel, die ihre kritische Kraft nicht aus der Entlarvung der Lüge bezieht, sondern aus der Inszenierung der biedermännischen Wehrlosigkeit gegenüber Verbrechern, die von Anfang an sagen, was sie wirklich wollen. Auch knapp 61 Jahre nach der Uraufführung am Schauspielhaus Zürich entbehrt das Stück daher weder an Brisanz noch an Aktualität.

Wir danken den Förderern Landkreis Potsdam Mittelmark und Freundeskreis der Neuen Kammerspiele für die finanzielle Unterstützung zur Realisierung dieses Projektes.

Darsteller*innen: Katharina Bakker, Susanne Barz, Anja Busche, Markus Csipai, Andrea Endrigkeit ,Petra Gohl, Rainer Hassenewert, Carolin Huder, Stephan Kroker, Michaela Küpper-Hoppe, Margit Landau, Ulf Otto-von Eicken, Inka Rivalsky, Marie Schneider, Michael Steinbeck, Gregor Steinle, Charlotte Sterner-Jaffé, Renate von Eicken, Brigitta Waldow, Friederike Wolff

Regie: Joachim Kosack
Bühne : Olaf Rehahn
Kostüme: Anja Kaninck
Chor: Eva Maria Otalora