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4
Genre
Politthriller
Regie
Philipp Leinemann
Dauer
105
FSK
16
Land
Deutschland
Jahr
2019

Das Ende der Wahrheit


Wer Kopf und Mut hat, sich auf eine hervorragend recherchierte und topaktuelle Geschichte über Geheimdienstarbeit einzulassen, die zeitgemäße politische, gesellschaftliche Fragen auf überzeugende Weise verhandelt, der ist hier richtig. Hervorragend besetzt, packend inszeniert und mit einer Botschaft, die einen nicht wieder loslässt. 

Martin Behrens (Ronald Zehrfeld) ist Zentralasien-Experte beim Bundesnachrichtendienst. Als Mann alter Schule vertraut er mehr seinem Instinkt und seiner Erfahrung, als der bloßen Analyse von Daten. Dementsprechend hellhörig wird er auch, als seine Geliebte, die investigative Journalistin Aurice Köhler (Antje Traue), in einem arabischen Lokal getötet wird. Scheinbar zufällig, so vermutet die Polizei, doch Behres ahnt, das Aurice gezielt ermordet wurde.
 
Bald findet er Spuren, die auf ein weitreichendes Komplott hindeuten, das bis weit in die Ränke des BND hineinreicht: Alles dreht sich um die (fiktive) zentralasiatische Region Zahiristan, deren umstrittene Regierung Waffen für den Kampf gegen Terroristen verlangt. BND-Stabsleiter Joachim Rauhweiler (Axel Prahl) steht dem Ansinnen ausgesprochen positiv gegenüber, womöglich auch aus eigenen Interessen. Während Behrens Chefin Aline Schilling (Claudia Michelsen) ihr Protege so weit es geht unterstützt, scheint Rauhweilers Mitarbeiter Patrick Lemke (Alexander Fehling) gegen Behrens zu arbeiten. Doch bald müssen die beiden unterschiedlichen Charaktere erkennen, dass sie beide nur Spielball in einem kaum zu durchschauenden Geflecht an Korruption und Machtmissbrauch geworden sind.
 
In seinem zweiten Langfilm „Wir waren Könige“ hatte Philipp Leinemann sich mit den Strukturen des Sondereinsatzkommandos der Polizei beschäftigt, diesmal blickt er in die Welt der Geheimdienste. Was er dort findet ist vielschichtig und komplex und darin liegt die größte Qualität des Films. Kein ungeschöntes Loblied auf die Staatsorgane singt er, verdammt sie aber auch nicht. Stattdessen beschreibt er in „Das Ende der Wahrheit“ die Strukturen der Geheimdienste, deutet Verflechtungen an, die meist kaum nach außen dringen, stellt Fragen nach politischer und moralischer Verantwortung und kommt am Ende zum Schluss, dass die Wahrheit meist nicht schwarz oder weiß, sondern grau ist.
 
Ambivalent wird die Hauptfigur Martin Behrens eingeführt, der sich in der ersten Szene als Übersetzer bei einem Gespräch mit einem Asylbewerber ausgibt, den nach Hilfe suchenden Mann dann aber skrupellos erpresst und anlügt. Möglicherweise um an relevante, ja, lebensnotwendige Informationen zu kommen, aber zu welchem Preis? Der Asylbewerber wird trotzt gegenteiligem Versprechen abgeschoben und zurück in seiner Heimat ermordet. Ein filmisches Konstrukt? Keineswegs, sondern die Realität im so genannten Krieg gegen den Terrorismus, den Deutschland zwar nicht selbst führt, in dem aber immer wieder die amerikanischen Dienste unterstützt werden, auch auf rechtlich fragwürdige Weise.
 
Ein dichtes Geflecht aus politischen, wirtschaftlichen und geheimdienstlichen Interessen spinnt Leinemann, das höchste Aufmerksamkeit fordert, will man nicht den Durchblick verlieren. Zwar merkt man immer wieder mit wie wenig Geld „Das Ende der Wahrheit“ gedreht wurde, manche Sets wirken wenig überzeugend, gerade die Actionszenen schwächeln, doch trotz dieser Einschränkungen ist Philipp Leinemann und seinem Team ein bemerkenswerter, intelligenter Film gelungen, der sich in Bereiche vorwagt, in die das deutsche Kino allzu selten blickt.

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Na, wenn Du das sagst, bin ich ja um so mehr gespannt ... Und den Zehrfeld finde ich absolut stark. Wobei man natürlich auch gegen seine Mitspieler nix, aber auch gar nix sagen kann. Vielleicht schaffe ich es heute, also Freitag Abend, da reinzugehen. Leider fangen die tollen Filme bei Euch oft so früh an. 21 Uhr wär' die Zeit, die ich mir wünschen würde.
Volker
0
Ein starker Film, der das mittlerweile sich ausbreitende Unwohlsein der Geheimdienste gut recherchiert und schonungslos thematisiert und damit auch der Gesellschaft einen ungeschönten Spiegel vorhält. Ein mutiger Film - und ein bisschen Mut braucht es auch, ihn zu sehen, denn leichte Kost ist er nicht - dafür aber umso wichtiger, hervorragend besetzt, inszeniert und recherchiert. Bravo.
valeska
4