image/svg+xml
0
Genre
Regie
Stefan Kolbe, Chris Wright
Dauer
111
FSK
o.A.
Land
Germany
Jahr
2021

Berlinale Summer Special: Anmaßung (Anamnesis)


Stefan S. hat getötet und dafür eine lebenslange Haftstrafe bekommen. Wie begegnet man einem Mörder? Wie macht man sich ein Bild? Mithilfe einer Handpuppe, Masken, Spiegelungen und Projektionen loten die Filmemacher Darstellung und Darstellbarkeit aus.

Stefan S. was sentenced to life imprisonment for murder. How do you get to grips with a murderer and create an image of them? An exploration of representation and representability with the help of a hand puppet, masks, reflections and projections.

Veranstaltungort ist das Frischluftkino@Studentendorf, Wasgenstraße 75 in 14129 Berlin. Der Film läuft wie alle Berlinale Filme in der Originalsprache. In diesem Fall Deutsch mit Untertitelung in Englisch.

Open air screening venue is Frischluftkino@Studentendorf, Wasgenstraße 75 in 14129 Berlin. Like all Berlinale movies, the movie will be shown in her original language. In this case: German with subtitles in English.

Kartenvorverkauf: ab 3. Juni: hier./ Tickets: from June 3rd: here.

BITTE BEACHTEN: Einlass ist 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn. Für den Eintritt benötigen Sie den Nachweis über ein negatives Schnelltest-Ergebnis (nicht älter als 24 Stunden) oder einen adäquten Nachweis (Genesen oder zweifach geimpft). Vor Ort gibt es eine Teststelle - Anmeldung ist hier möglich, Testung aber auch ohne Termin möglich. Bitte planen Sie die entsprechende Zeit dafür ein. 
Vor Ort gibt es Getränke und Snacks - der Verzehr ist aber nur auf dem Platz gestattet. Außer auf dem Sitzplatz müssen Sie bitte die Maske tragen. 

„Was sehen wir, wenn wir nichts sehen können?“ Diese Frage stellt Chris Wright, einer der beiden Regisseure, am Anfang aus dem Off. Es ist eine große Frage, eine, mit der Wright in ein zentrales Dilemma dokumentarischen Filmemachens vordringt.
Was man in Anmaßung nicht sieht, ist das Gesicht des wichtigsten Akteurs, Stefan S. Er sitzt in einem Brandenburger Gefängnis, lebenslang, Freigang ist möglich, die Entlassung auf Bewährung eine Perspektive, obwohl die Schuld schwer wiegt. Nachdem er sie gestalkt hatte, tötete Stefan S. eine Arbeitskollegin. Das löst Unbehagen aus. Wer beschäftigt sich gern mit einem Verbrecher? Wer möchte ihn überhaupt sehen?
Die schwierigen Facetten menschlicher Existenz abzuspalten war noch nie Chris Wrights und Stefan Kolbes Sache. Und so sehen die Filmemacher hin, obwohl sich Stefan S. entzieht. Ersatz für das abwesende Tätergesicht finden sie, indem sie einer Handpuppe und zwei Handpuppenspielerinnen das Feld überlassen. Hinzu kommen Masken, Spiegelungen und Projektionen. Das Motiv der Fäden und Schnüre hält den Film zusammen, und der Kommentar aus dem Off hat die Courage, die Zweifel am eigenen Tun auszusprechen.https://www.berlinale.de/de/programm/202103175.html

“What do we see when we can’t see something?” This is the question that Chris Wright, one of the two directors, poses off-screen at the beginning. It’s a big question and one that takes him to the heart of a key dilemma in documentary filmmaking.
What we don’t see is the face of the most important figure in the film, Stefan S., who is serving a life sentence in a Brandenburg jail. He can leave the prison from time to time; release on parole is also a possibility, but the weight of the guilt hangs heavy. Stefan S. killed a female colleague of his after stalking her. This generates unease. Who wants to deal with a criminal? Who wants to even see him?
Filmmakers Chris Wright and Stefan Kolbe have never been ones to separate off the difficult facets of human existence. They keep looking, even as Stefan S. withdraws. They substitute the absence of the perpetrator’s face by allowing a puppet and two puppeteers to take the stage, supplemented by masks, reflections and projections. The film is held together by the motif of threads and strings, and the voiceover has the courage to express doubts about the entire endeavour.
https://www.berlinale.de/en/programme/programme/detail.html?film_id=202103175

Copyright Filmstills: © ma.ja.de. Filmproduktions GmbH