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Genre
Drama
Regie
Florian Zeller
Dauer
97
FSK
6
Land
Frankreich, Grossbritannien
Jahr
2020

The Father


Der besondere Kunstgriff des Films ist die gewählte Perspektive, die das Geschehen konsequent aus Sicht des Erkrankten zeigt. Ein beeindruckendes, aufschlussreiches filmisches Erlebnis, in dem Anthony Hopkins mit unvergesslichem Einfühlungsvermögen als Vater mit Demenz überzeugt.

Anthony (Anthony Hopkins) ist zwar mittlerweile in einem stattlichen Altern, hat aber seinen Stolz, was fremde Unterstützung angeht. Obwohl seine Tochter Anne (Olivia Colman) ihm gerne eine Pflegekraft zur Seite stellen würde, verweigert er jede Hilfe. Sein langjähriges Apartment in London will er aber auch nicht verlassen. Und das, obwohl sein Erinnerungsvermögen immer häufiger aussetzt. Trotzdem glaubt er, allein klarzukommen.

Dann aber verkündet Anne ihrem Vater, dass sie mit ihrem neuen Partner nach Frankreich umsiedeln will: Sie möchte in Paris neu Fuß fassen. Diese Eröffnung überrascht Anthony ungemein. Denn wenn seine Tochter einen neuen Freund hat, kann er sich nicht erklären, wer der Mann in seiner Wohnung ist, der behauptet seit zehn Jahren mit Anne eine Ehe zu führen. Zunehmend verwirrt beginnt Anthony an seiner Wahrnehmung der Realität und an der Beziehung zu seinen engsten Verwandten zu zweifeln.

 

 

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...und dann ging wieder der Vorhang auf...... diesmal, um grandioses Schauspiel zu erleben. Schon deswegen ist der Film ein absolutes „MUSS“ und überaus sehenswert. Anthony Hopkins spielt den an Demenz erkrankten Vater so überzeugend, einfühlsam und rührend, dass man sich dem Bann des fast als Kammerspiel inszenierten Films nicht mehr entziehen kann. Die Erzählperspektive des Films macht den Reiz aus und gibt dadurch Einblick in das Leiden, dass diese Krankheit bei Vater, Tochter und Angehörigen auslöst. Der Film ist für jede Altersgruppe sehenswert. Den Zuschauer-innen, die selbst im Familienkreis von der Krankheit betroffen sind, kann der Film zwar kein Hoffnung aber einen wohltuenden Perspektivenwechsel ermöglichen. Schauen Sie zu und kommen Sie in unser wie für diesen Film gemachtes Kino.
Kammerspielkritiker Holger Friese
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