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Genre
Tragikomödie
Regie
Helmut Käutner
Dauer
93
FSK
12
Land
Deutschland
Jahr
1954

Wir starten die zweite Runde unserer Reihe für die besonders guten Jahrgänge mit einem Filmklassiker aus Jugendzeiten und sehen Heinz Rühmann noch einmal dabei zu, wie er den "Zauber der Montur" erlebt und zeigt, was man mit einer Offiziersuniform im wilhelminischen Preußen alles erreichen kann. 

Spätlese geht in die zweite Runde! Wir möchten Sie erneut dazu einladen, sich mit Themen rund ums Alter und Älterwerden cineastisch auseinanderzusetzen und haben in Kooperation mit der Akademie 2. Lebenshälfte eine Auswahl ganz besonders schöner Filme getroffen - für ganz besonders gute Jahrgänge.

Spätlese findet am letzten Dienstag im Monat in den Neuen Kammerspielen Kleinmachnow statt. Vor dem Film gibt es ab 16.00 Uhr Kaffee und Kuchen, um 17.00 Uhr beginnt der Film und im Anschluss freuen wir uns über rege Gespräche bei einem Glas Wein, um den Abend angenehm ausklingen zu lassen.

Die Handlung beruht auf Zuckmayers bekanntem Drama: Es erzählt die Geschichte des durch seinen genialen Coup im Oktober des Jahres 1906 weltberühmt gewordenen Kriminellen Wilhelm Voigt. Es nimmt diesen Coup zum Anlass für eine kritische Darstellung des Militarismus im deutschen Kaiserreich. Die in Drama und Film erzählte Vorgeschichte der Begebenheit ist jedoch in weiten Teilen Fiktion.

Der Schuster Wilhelm Voigt wird nach 15 Jahren Haft, zu der er wegen verschiedener Betrügereien verurteilt worden war, aus dem Strafgefängnis Berlin-Plötzensee entlassen. Er hat vor, ein ehrlicher Mensch zu werden, aber überall, wo er sich bewirbt, fragt man ihn, beginnend mit den Worten: „Haben Sie gedient?“ nach seinem Vorleben. Ohne Aufenthaltsgenehmigung im jeweiligen Bezirk erhält er keine Arbeit, ohne Arbeit keine Aufenthaltsgenehmigung. Auch der zum vorübergehenden Arbeiten im Ausland nötige Pass wird ihn verweigert. Deshalb bricht er in ein Potsdamer Polizeirevier ein, um sich selbst einen amtlichen Pass auszustellen, wird erwischt und zu zehn Jahren Zuchthaus in Berlin-Sonnenburg verurteilt.

In der Gefängnisbibliothek entdeckt er die preußische Felddienstordnung und lernt sie auswendig. Zudem bildet der Gefängnisdirektor seine Häftlinge in militärischem Gehabe aus. Nach seiner Haftentlassung kommt Voigt zunächst bei seiner Schwester und deren Mann unter und kümmert sich hingebungsvoll um ein tuberkulosekrankes Mädchen, das als Untermieterin ein Zimmer bei seiner Schwester bewohnt. Als seine Resozialisierung aber an der Bürokratie erneut scheitert, plant er seinen nächsten Coup. Bei einem Trödler erwirbt er eine gebrauchte Hauptmannsuniform (die vom Köpenicker Bürgermeister abgelegt worden war). Nachdem er sie angezogen hat, ist er scheinbar mit einem Schlag ein anderer Mensch, denn alle erweisen dem vermeintlichen Hauptmann höchsten Respekt. Voigt nutzt diese Autorität, um mit einigen auf der Straße angetroffenen Soldaten das Rathaus von Köpenick zu besetzen, den Bürgermeister zu verhaften und die Stadtkasse zu beschlagnahmen. Nur den erhofften Pass kann er sich nicht beschaffen, da es im Rathaus Köpenick keine Passabteilung gibt.

Schließlich stellt sich Voigt einige Tage später selbst auf dem Polizeipräsidium und gibt die ganze Geschichte unter allgemeiner Erheiterung der Zuhörer zum Besten. Voigt wird wieder einmal verurteilt, diesmal aber vom Kaiser begnadigt und erhält ein ganz besonderes Geschenk: seinen Pass. Letztlich kommt er aber zu der Erkenntnis, diesen „überwartet“ und auch nicht mehr nötig zu haben, da er ja nun der berühmte „Hauptmann von Köpenick“ sei.

 

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Hallo, ich habe genau diesen Film als etwa 10-Jähriger mit der Oma zusammen in eben diesen Kammerspielen gesehen und nie mehr aus dem Gedächtnis verloren. Sehr schade, dass ich nicht dabei sein kann. Haben Sie noch Analen, aus denen man ersehen kann,wann damals der Film in den Kammerspielen gezeigt wurde? Viele Grüße nach Klm. Reinhard.Bolle@web.de
Reinhard Bolle
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