image/svg+xml
7.12.
  • 22:30
5
Genre
Erotikdrama
Regie
Peter Strickland
Dauer
104
FSK
16
Land
Großbrittanien
Jahr
2014

DUKE OF BURGUNDY


Wir trauen uns was Neues! Wir geben einigen Filmgenres, die selten ihren Weg in unser Programm finden, eine kleine Heimat. Immer Freitag, immer spät. Immer fsk 16. 

Es gibt Filme, in die sich der Betrachter am besten einfach fallen lässt, ganz ohne Vorbehalte und Erwartungen. Dann kann der Sog der Bilder wie der Geschichte seine ganze Wirkung entfalten. Man taucht ein in eine Welt, die fremd und doch irgendwie vertraut ist, und kehrt schließlich verändert in die Realität zurück. Etwas bleibt, ein Gefühl, eine Stimmung, die gleich einem Traum, der sich beim Erwachen in vage Erinnerungen auflöst, in einem nachschwingt. Peter Stricklands »THE DUKE OF BURGUNDY« ist einer dieser Filme. Ein fragiles Netzwerk aus idyllischen Naturaufnahmen und erotischen Andeutungen, flüchtigen Eindrücken und farbigen Extravaganzen umfängt einen und lässt einen nicht mehr los.

Gewiss ein Film über Fetischismus und erotische Fantasien. Doch er erlöst seine Figuren, ihre Körper, vom Begehren des Blicks. Lust empfindet er vielmehr am Kino selbst, an den Sinnesreizen eines speziellen Genres. Und zwar an den Filmen aus jener kurzen Epoche um die Siebziger, als besonders in Europa neue künstlerische Freiheiten sich mit erwachter sexueller Freizügigkeit paarten. Als die Grenzen verschwammen zwischen Kunst und Pornografie, Experimental- und Exploitationfilm.

Regisseur Strickland spielt in vielen Szenen mit der Ästhetik der Softcore- und Sexploitation-Filme der 70er Jahre. Wie damals bleibt auch bei ihm vieles Andeutung. So schafft er auf elegante Weise eine Atmosphäre, die sich aus Fantasien speist. Die Kraft der Suggestion verleiht seinen Bildern eine ungeheuere Macht.

Ein Traum von einem anderen Kino hier in einer Welt ohne Männer. In Bildern, die der Logik der Surrealisten folgen, breitet Strickland eine Liebesgeschichte aus, die eher Vision als Erzählung ist.